Here you can find a translation of the Open letter in English.

Kampagnenunterlagen

Hier finden Sie die Kampagnenunterlagen: Der Offene Brief an die Bundesregierung, Presseunterlagen, Briefwechsel, Petition sowie Stellungnahmen und Vorträge.

Der nachstehende Offene Brief erläutert unser Anliegen und ist Grundlage unserer Zusammenarbeit

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,
sehr geehrter Herr Seehofer,
sehr geehrter Herr Dr. Westerwelle,

wir, die Unterzeichner, fordern die neu gewählte Bundesregierung auf, eine Finanztransaktionssteuer einzuführen und dafür einzutreten, dass sie auch von anderen Ländern umgesetzt wird. Die Finanztransaktionssteuer ist nicht nur ein Beitrag zu mehr Stabilität auf den Finanzmärkten, sondern generiert auch finanzielle Mittel, die für die globale Armutsbekämpfung verwendet werden können. Wir begründen unsere Forderung wie folgt:

Mehrfach seit Anfang der 1970er Jahre war Spekulation bereits Mit-Ursache von Finanz- und Bankenkrisen. Spekulation war auch mitverantwortlich für die globale Nahrungsmittel- und Rohstoffkrise 2008 sowie die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise. Weitere Ursachen für die genannten Krisen sind u.a. die zunehmende Komplexität der Finanzprodukte und die Geschwindigkeit, mit der Finanztransaktionen heutzutage abgewickelt werden.

Die Folgen der Krisen sind weltweit sehr ungleich verteilt. Zwar leiden auch reiche Staaten darunter. Doch sie können Milliarden US$ aufwenden, um die Krisenfolgen aufzufangen. Die meisten Entwicklungsländer hingegen leiden unter Einbrüchen bei ausländischen Direktinvestitionen, im Export, Rohstoffverkauf und Tourismus, bei Rücküberweisungen von Migranten und der Entwicklungshilfe. All dies gefährdet den Zeitplan zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele.

Für diese beiden Problemfelder gibt es aber ein geeignetes Mittel: Eine Finanztransaktionssteuer, die über die von James Tobin 1972 vorgeschlagene Devisentransaktionssteuer hinausgeht und alle spekulationsrelevanten Finanztransaktionen einbezieht. Eine solche Steuer kann EU- und weltweit umgesetzt werden. Bis dies der Fall ist, sollen auf nationaler Ebene vorbereitende Schritte unternommen werden, z.B. unterstützende parlamentarische Entschließungen oder die Einführung einer Börsenumsatzsteuer.

Eine Finanztransaktionssteuer hätte aus unserer Sicht etwa folgende Vorteile:

  • Finanztransaktionen werden entschleunigt und so die (Selbst-)Kontrolle über das Geschehen an den Finanzmärkten verbessert.
  • Die Finanztransaktionssteuer ist einfach umzusetzen, da sie keine Ausnahmen zulässt. Sie betrifft alle Marktteilnehmer in ähnlicher Weise, da alle spekulationsrelevanten Finanztransaktionen der Steuer unterliegen.  
  • Die Steuer macht kurzfristige Spekulationen unrentabler. Mittel- und langfristige Investitionen werden, aufgrund eines niedrigen Steuersatzes zwischen 0,1 und 0,01%, nicht behindert.
  • Die Finanztransaktionssteuer ist kein Allheilmittel. Sie kann aber mit dazu beitragen, dass globale Krisen zukünftig weniger häufig auftreten und weniger heftig verlaufen.

Die Einführung einer solchen Steuer wäre an sich schon ein Erfolg, weil alle Länder von einer stabileren Weltfinanz- und Wirtschaftsordnung profitieren. Darüber hinaus würde die Steuer gleichzeitig national ein- bis zweistellige, global aber dreistellige Milliardenbeträge generieren, die zur Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele sowie anderer Maßnahmen zur Entwicklung und Armutsbekämpfung verwendet werden können.

National und international findet die Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer zunehmendes Gehör. Auf dem Gipfel der G20-Staaten in Pittsburgh Ende September wurden sowohl die Ursachen als auch die Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise als zentrale Herausforderungen des gemeinsamen politischen Handelns betont. Im Vorfeld der Bundestagswahl haben sich die Bundeskanzlerin und fast alle Parteien befürwortend zur Einführung einer solchen Steuer geäußert.

Wir hoffen, dass es sich dabei nicht bloß um Wahlkampftaktik gehandelt hat, denn auch wir erachten es als wichtig, dass die Finanztransaktionssteuer, neben anderen Maßnahmen, auf die Reformagenda des globalen Finanzsystems gehört. Zugleich wollen wir sicherstellen, dass der Finanzsektor zur Bewältigung der Krisenfolgen beiträgt und so generierte Gelder nicht nur den Haushalten reicher Staaten zufließen.

Veröffentlicht zum 17.10.2009, dem Internationalen Tag zur Beseitigung der Armut, an diesem Tag getragen von 32 Organisationen und 8 Personen.

 

Inzwischen beträgt die Unterzeichnerzahl 64 Organisationen und 13 Personen, und zwar:

Unterzeichner auf Europäischer und Bundesebene


Bischöfliche Aktion ADVENIAT, Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka, Erstunterzeichner


Arbeitsgruppe alternative Wirtschaftspolitik, für die Gruppe Prof. Dr. Heinz-J. Bontrup

Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe, Geschäftsführer Michael Steeb.

 

Ärzte für die Dritte Welt/German Doctors, Generalsekretär Dr. Harald Kischlat, Erstunterzeichner

ATD - Vierte Welt in Deutschland e.V., für den Vorstand Wolfgang Otten

 Attac Deutschland, für den Koordinierungskreis Detlev von Larcher, Erstunterzeichner

AWO Bundesverband e.V., Bundesvorstandsvorsitzender Wolfgang Stadler, Präsident Wilhelm Schmidt sowie AWO Bezirksverband Niederrhein e.V., Vorsitzender Gunder Heimlich

Bank für Kirche und Caritas eG, Paderborn, Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Böger, Vorstandsmitglied Jürgen Reineke, Erstunterzeichner

Brot für die Welt, Direktorin Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, Erstunterzeichnerin

Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied des Parteirats Dr. Gerhard Schick, MdB, finanzpolitischer Sprecher, sowie: Sven Giegold, MdEP und Sven-Christian Kindler, MdB, Mitglied des Haushaltsausschuss.

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Vorstandsmitglied Andreas Lathan

Deutsche Kommission Justitia et Pax, Vorsitzender Bischof Dr. Stephan Ackermann, Erstunterzeichner

Deutsche Welthungerhilfe, Generalsekretär Dr. Wolfgang Jamann, Erstunterzeichner

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Geschäftsführerin Renate Bähr

Deutsche Umweltstiftung, Vorstandssprecher Jörg Sommer

 

Deutscher Gewerkschaftsbund, Geschäftsführender Bundesvorstand, Erstunterzeichner

Deutscher Naturschutzring, Erster Vizepräsident Prof. Dr. Hartmut Vogtmann

DKM Darlehenskasse Münster eG. Vorstandssprecher Bankdirektor Alwin Brüse, Bankdirektor Dipl. Ök. Christoph Bickmann

Einkommen ist ein Bürgerrecht, e.V., Vorsitzende Regina Sörgel

EIRENE Internationaler Christlicher Friedensdienst e.V., Geschäftsführerin Angela König

Ethikbank, Vorstandsvorsitzender Klaus Euler, Erstunterzeichner

Europäische Bewegung Christlicher Arbeitnehmer, Mitglied in Exekutivrat Präses Albin Krämer

Evangelischer Entwicklungsdienst, für den Vorstand Dr. Rudolf Ficker sowie Peter Lanzet, Referent, Erstunterzeichner

Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, Geschäftsführer Damian Ludewig

Gewerkschaft der Polizei, Bundesvorsitzender Konrad Freiberg, Erstunterzeichner

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Vorsitzender Ulrich Thöne, Erstunterzeichner

Global Policy Forum Europe, Geschäftsführer Jens Martens, Erstunterzeichner

Germanwatch, Vorstandsvorsitzender Klaus Milke, Erstunterzeichner

GLS-Bank, Vorstandssprecher Thomas Jorberg, Erstunterzeichner

IG Bauen-Agrar-Umwelt, Bundesvorsitzender Klaus Wiesehügel, Erstunterzeichner

 

INKOTA-netzwerk, Geschäftsführer Arndt von Massenbach, Erstunterzeichner

Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs, Ärzte in sozialer Verantwortung, Sektion Deutschland e.V., Vorsitzende Dr. Angelika Claußen

Jesuitenmission, Prokurator P. Klaus Väthröder SJ, Initiator und Koordinator der Kampagne, Erstunterzeichner

Jugendwerk der AWO, Bundesvorsitzende Georg Förster und Maike Eckel sowie Jugendwerk der AWO Niederrhein, Vorsitzender Thomas Zimmermann

 

Jusos in der SPD, Bundesvorsitzende Franziska Drohsel

 

KAB Deutschlands e.V., Vorsitzende Birgit Zenker, Erstunterzeichnerin

LIGA Bank eG, Vorstandsvorsitzender Walter Alt

Die LINKE, für Parteivorstand und Bundestagsfraktion Dr. Axel Troost (finanzpolitischer Sprecher), sowie Dr. Barbara Höll, Ulla Lötzer, Kornelia Möller, Richard Pitterle, Prof. Dr. Herbert Schui und Sahra Wagenknecht

Medico international, Geschäftsführer Thomas Gebauer, Erstunterzeichner

Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR, Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Josef Sayer, Erstunterzeichner

Missio München, Präsident P. Eric Englert OSA, Erstunterzeichner

Missio Aachen, Vorstand Prälat Dr. Klaus Krämer und Dr. Gregor von Fürstenberg

Netzwerk Afrika Deutschland (NAD), Leiter P. Wolfgang Schonecke

 

Netzwerk Steuergerechtigkeit Deutschland, Mitglied des Board of Directors des Tax Justice Network Georg Stoll

Ökosoziales Forum Deutschland, stellvertretender Bundesvorsitzender Jörn Wiertz

Oikocredit Deutschland, Geschäftsführerin Dr. Brigitta Herrmann, Erstunterzeichnerin

ONE Deutschland, Direktor Tobias Kahler

Oxfam Deutschland, Geschäftsführer Paul Bendix, Erstunterzeichner

Pax Bank, Vorstandsvorsitzender Dr. jur. Christoph Berndorff, Erstunterzeichner

Solidaritätsdienst International e.V. (SODI), Vorstandsvorsitzender Johannes Schöche, Erstunterzeichner

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) Sigmar Gabriel, MdB (Vorsitzender), Andrea Nahles, MdB (Generalsekretärin), Manuela Schwesig (stellv. Vorsitzende), Martin Schulz, MdEP (für Außen- und Europapolitik zuständiges Präsidiumsmitglied), Ulrich Kasparick (parlam. Staatssekretär a.D.), Dr. Bärbel Kofler, MdB, Dr. Sascha Raabe, MdB, Dr. Ernst Dieter Rossmann, MdB, Dr. Carsten Sieling, MdB, Heidemarie Wieczorek-Zeul, MdB (Bundesministerin a.D.), Manfred Zöllmer, MdB

SÜDWIND – Institut für Ökonomie und Ökumene, Fachbereich Armutsbekämpfung und Internationale Finanzmärkte, Dr. Pedro Morazán, Erstunterzeichner

Terre des hommes, Referent Entwicklungspolitik Dr. Klaus Schilder, Erstunterzeichner

VENRO – Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen, Vorstandsvorsitzender Ulrich Post, Erstunterzeichner

WEED – Weltwirtschaft, Ökologie, Entwicklung, Leiter der Abteilung Finanzmärkte Peter Wahl, Erstunterzeichner

Weltnotwerk der KAB, Geschäftsführer Norbert Steiner

Werkstatt Ökonomie, leitender Mitarbeiter Klaus Heidel

Sowie als Einzelpersonen

  • Frank Bsirske, Bundesvorsitzender ver.di, Erstunterzeichner
  • Alexander Kirchner, Vorsitzender der Gewerkschaft TRANSNET, Erstunterzeichner
  • Wolfgang Rhode, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, Erstunterzeichner
  • Wolfgang Schröter, Präsident, EANPC (European Association of National Productivity Centres)

Unterzeichner auf Landes- und lokaler Ebene


Baden-Württemberg

Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie, Geschäftsführer Michael Schmid

Sowie als Einzelpersonen

  • Honorarprofessor Heribert Schmitz, Furtwangen University, ehem. Vorsitzender Geschäftsführung und Aufsichtsrat Hewlett Packard GmbH, Deutschland

Bayern

Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus Nürnberg, Direktor Dr. Siegfried Grillmeyer

Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Bayern, Leitung Finanzen, Oberkirchenrat Dr. Claus Meier

Institut für Gesellschaftspolitik an der Hochschule für Philosophie in München, stellv. Leiter Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher, Erstunterzeichner

Mission Eine Welt, Direktor Peter Weigand

 

Sowie als Einzelpersonen

  • Prof. Dr. Norbert Brieskorn SJ, Rechts- und Sozialphilosophie sowie Sozialethik, Hochschule für Philosophie, München
  • Hermann Imhof, MdL (CSU Fraktion im Bayerischen Landtag)
  • Prof. Dr. Markus Vogt, Lehrstuhl Christliche Sozialethik der Katholisch-Theologischen Fakultät, Ludwig Maximilians-Universität München

Hessen

Oswald v. Nell-Breuning Institut, Leiter Prof. Dr. Bernhard Emunds, Erstunterzeichner

Sowie als Einzelpersonen

  • Prof. em. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ, Erstunterzeichner

Niedersachsen

Pax Christi Regionalstelle Osnabrück/Hamburg, Sekretär der Regionalstelle Clemens Schrader

Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen, VEN e.V., Geschäftsführer Hannes Philipp

Saarland

  • Herbert Alt, Bankdirektor i.R., Erstunterzeichner

Andere (Ausland)

Österreich

  • Prof. em. Dr. Herwig Büchele SJ, Netzwerk von Christen zur Unterstützung der Global Marshall Plan Initiative, Erstunterzeichner
  • Dr. Stephan Schulmeister, Wirtschaftsforscher, Wien, Erstunterzeichner

Zimbabwe

  • Bischof Dieter Scholz SJ, Diözese von Chinhoyi

Und nicht zu vergessen:

Fast 5000 Bürgerinnen und Bürgern haben sich auf Facebook bereits der Kampagne angeschlossen.